Diagnostik, Psychoedukation und Psychotherapie bei ADHS, Autismus und neurodivergenten Profilen
Menschen unterscheiden sich darin, wie sie wahrnehmen, denken, kommunizieren und Reize verarbeiten. Neurodivergenzbeschreibt neurologische Entwicklungs- und Verarbeitungsweisen, die von dem abweichen, was als neurotypisch bezeichnet wird. Dazu gehören insbesondere ADHS und Autismus, aber auch weitere neurodivergente Profile.
Vielleicht kennen Sie „Chaos im Kopf“, ausgeprägte Prokrastination oder Impulsivität. Vielleicht fällt es Ihnen schwer, Ihre Aufmerksamkeit zu steuern, Aufgaben zu beginnen oder zu Ende zu bringen. Oder Sie erleben Reizüberflutung, schnelle Erschöpfung, Unsicherheit in sozialen Situationen oder das Gefühl, sich ständig anpassen und „funktionieren“ zu müssen. Manche Menschen entwickeln über viele Jahre ausgeprägte Masking- und Kompensationsstrategien: Nach außen funktioniert vieles, während es innerlich zunehmend Kraft kostet.
In unserer Praxis arbeiten wir neuroaffirmativ und fachlich fundiert. Neurodivergente Wahrnehmungs- und Verarbeitungsweisen werden nicht vorschnell als Defizit betrachtet. Gleichzeitig nehmen wir Belastungen und Einschränkungen ernst. Im Mittelpunkt stehen Sie als Mensch – mit Ihrer persönlichen Geschichte, Ihren Bedürfnissen, Ressourcen und Schwierigkeiten. Unser Ziel ist nicht Anpassung um jeden Preis, sondern ein besseres Verständnis der eigenen Funktionsweise und ein selbstbestimmter, tragfähiger Umgang mit Neurodivergenz.
Diagnostik – sorgfältig und differenziert
Wenn Sie sich fragen, ob ADHS oder Autismus bei Ihnen eine Rolle spielen könnte, bieten wir eine fundierte diagnostische Abklärung an. Eine Diagnostik besteht nicht aus einem einzelnen Test oder einem kurzen Gespräch. Sie ist ein sorgfältiger Prozess, der Zeit benötigt und Ihre Biografie, die aktuelle Lebenssituation, standardisierte diagnostische Verfahren sowie mögliche andere Erklärungen berücksichtigt. Am Ende kann eine Diagnose stehen – sie muss es aber nicht.
Unser Angebot geht über die Diagnose hinaus
Eine Diagnose allein beantwortet noch nicht die entscheidende Frage: Was bedeutet das für mich und mein Leben? Deshalb verbinden wir Diagnostik mit Psychoedukation und individuell ausgerichteter Psychotherapie. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Wahrnehmung und Reizverarbeitung besser zu verstehen, Belastungsmuster zu erkennen und einen hilfreichen Umgang mit den eigenen Bedürfnissen, Grenzen und Ressourcen zu entwickeln.
Therapeutische Themen können unter anderem Reizregulation, Prokrastination, Impulsivität, soziale Kommunikation, Beziehungsgestaltung, Selbstwert, Selbstfürsorge sowie der Umgang mit Masking, Überforderung und langjährigen Anpassungsstrategien sein. Bei Bedarf können auch Partner:innen oder Angehörige einbezogen werden, um gegenseitiges Verständnis und eine hilfreiche Kommunikation zu fördern.
Auch psychische Begleiterkrankungen und Belastungen wie Depressionen, Angststörungen, Traumafolgestörungen oder ausgeprägte Erschöpfungszustände werden differenziert diagnostisch betrachtet und gezielt psychotherapeutisch behandelt. Dabei berücksichtigen wir die Wechselwirkungen zwischen neurodivergenter Verarbeitung, persönlicher Lebensgeschichte und psychischer Symptomatik.
Unser Angebot endet nicht bei der Diagnose. Es beginnt mit dem Verstehen.
Wir möchten Sie dabei begleiten, Ihre eigene Art des Denkens, Fühlens und Wahrnehmens besser zu verstehen – und einen Umgang damit zu entwickeln, der zu Ihnen und Ihrem Leben passt.
Verstehen. Entlastung. Selbstakzeptanz. Neue Perspektiven.